Allgemeine Fragen

Wer entwickelt das Areal?

Die Wohnhäuser im Areal Dorniacker gehören vier verschiedenen Eigentümerschaften. Das Dorniacker-Areal soll aber als Ganzes entwickelt werden. Deshalb haben die Eigentümer beschlossen, die Zukunft des Wohngebiets gemeinsam anzugehen. Sie haben sich zur Einfachen Gesellschaft Dorniackerstrasse (EGAD) zusammengeschlossen. Die bauliche Realisierung sowie die spätere Vermietung werden individuell durch die einzelnen Eigentümerschaften erfolgen.

Warum wird das Areal entwickelt?

Die Siedlung «Areal Dorniackerstrasse» wurde in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren erstellt. Die Gebäude befinden sich in einem dem Alter entsprechenden Zustand. Weil zahlreiche Bauteile heutige Standards nicht mehr erfüllen, steht ein weiterer Sanierungszyklus bevor. Beispielsweise sind Schallisolation und Wärmedämmung nicht mehr zeitgemäss und die Siedlung ist nicht hindernisfrei. Viele Mietende leben schon lange im Dorniacker. Ihre Lebenssituation hat sich über die Jahre geändert und dadurch auch die Bedürfnisse an eine Wohnung. Gleichzeitig bietet das Areal viel Potenzial, um dem Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum gerecht zu werden.

Wie soll sich das Areal entwickeln?

Im Rahmen eines durchgeführten Studienauftrags konnte das renommierte Architekturbüro Aebi & Vincent Architekten AG mit einem Konzept überzeugen, das stark auf den bestehenden Gebäuden aufbaut. Ziel ist, die heutigen Qualitäten der Siedlung zu erhalten, zu stärken und Defizite zu beheben. Die Entwicklung soll nicht alles auf den Kopf stellen, sondern neuen Schwung und mehr Lebensqualität ins Quartier bringen.

Das Konzept strebt eine massvolle Erweiterung des Wohnraums an, die beim Bauen im Bestand ansetzt und zusätzliche Fläche durch Aufstockung vorsieht. Dadurch werden die Qualitäten des heute vorhandenen Aussen- und Freiraums zusätzlich gestärkt. Sechs Bestandsgebäude bleiben erhalten und werden aufgestockt, vier Gebäude werden ersetzt, Holz ist das dominierende Material.

Die neu geschaffene Allmend in der Mitte der Siedlung ist eine vielseitig nutzbare, öffentliche Freifläche. Sie gibt Orientierung, ermöglicht spontane Begegnungen, Spiel und Aufenthalt im Freien.
Das Konzept sieht zudem ein Pavillon im Zentrum der Siedlung vor, in welchem Nutzungen für das Quartier vorgesehen sind. Das Areal wird dadurch belebt.

Es entstehen Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität für die Menschen und Flächen mit hoher Biodiversität für die Natur. Es gibt neue Fusswege ins Quartier. Nachhaltigkeit ist bei der Entwicklung der Siedlung sehr wichtig.

Wie kann sich die Bevölkerung informieren und einbringen?

Das Projekt befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase. Rückmeldungen aus der Bevölkerung können in die Konkretisierung einfliessen. Dazu fand am 5. März 2026 eine Dialogveranstaltung statt. Zudem kann die Bevölkerung im Rahmen der gesetzlichen Mitwirkung Einfluss nehmen.

Weshalb werden auf dem Areal Dorniackerstrasse mehr Wohnungen erstellt?

Seit der Änderung des Raumplanungsgesetzes 2014 müssen Kantone und Gemeinden den Boden sparsam nutzen. Das bedeutet weniger neue Bauzonen und mehr Siedlungsentwicklung nach innen. Der Kanton Bern hat für die Umsetzung einen kantonalen Richtplan. Darin werden die Berner Gemeinden in bestimmte Raumtypen eingeteilt, denen unterschiedliches Wachstum zugesprochen wird. Urtenen-Schönbühl gehört zum Raumtyp «Agglomerationsgürtel und Entwicklungsachsen». Dieser Raumtyp soll ein wesentlicher Anteil des kantonalen Wachstums auffangen.

Die Gemeinde Urtenen-Schönbühl will, gestützt auf das räumliche Entwicklungskonzept, nur moderat wachsen und vor allem bestehende Flächen besser nutzen. Gemäss diesem Grundsatz macht es Sinn, im Dorniacker eine ortsverträgliche bauliche Erweiterung vorzusehen. Dank einer etappierten Realisierung wird ein sprungshafter Anstieg der Anzahl Einwohnenden vermieden und zum Ziel der Gemeinde, moderat zu wachsen, beigetragen. Es werden sechs Gebäude aufgestockt und vier durch Neubauten ersetzt. Die Ziele sind mehr Wohnraum, qualitativ hochstehender Aussenraum (gute Wege, mehr Biodiversität) und Angebote für das Quartier.

Wie profitiert das Quartier von der Entwicklung?

Auf dem Areal entstehen diverse Frei- und Erholungsräume. Im Zentrum entsteht eine Allmend als öffentlicher Freiraum. Zudem entstehen neue Fusswege durch das Quartier und mehr Biodiversität. In einem Pavillon entsteht Raum für quartierorientierte Aktivitäten.

Ist die Gemeinde über das Vorhaben informiert?

Der Gemeinderat und die Bauverwaltung wurden seit Beginn in die Entwicklung miteinbezogen. Im Rahmen einer Planungs­vereinbarung hat der Gemeinderat die öffentlichen Interessen mit den Grundeigentümer­schaften geregelt. Zudem hat die Gemeinde den Studienauftrag begleitet und ihre Interessen eingebracht. Die Vertretungen aus Verwaltung und Gemeinderat werden das Projekt auch zukünftig eng begleiten.

Weshalb wurde das Gebiet Dorniacker vom Entwurf der Teilrevision der Ortsplanung ausgenommen?

Zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Entwurfs der Teilrevision der Ortsplanung befand sich das Projekt Dorniacker noch in einem sehr frühen Planungsstadium und wesentliche Fragestellungen waren noch offen. Eine Integration in die Teilrevision war daher zu diesem Zeitpunkt nicht möglich und hätte zu einer Verzögerung der Teilrevision geführt.

Aus diesem Grund wurde entschieden, für das Gebiet Dorniacker ein separates Planerlassverfahren durchzuführen. Aufgrund der Grösse des Areals wäre man in der Mitwirkung der Teilrevision zudem der Bedeutung nicht gerecht geworden. Abhängig vom weiteren Verlauf der beiden Verfahren ist eine spätere Integration in die Teilrevision der Ortsplanung jedoch grundsätzlich denkbar.

Wie viele Personen werden zukünftig in der Siedlung leben?

Heute leben rund 330 Personen in der Siedlung. Die Sanierung und Erweiterung bietet zukünftig Potenzial für 600–700 Bewohnende, je nach Belegung der Wohnungen.